Seit mehreren Jahren arbeiten die Zentralbanken weltweit mit Hochdruck an der Einführung von digitalen Währungen. Neben dem Bargeld aus Scheinen und Münzen soll es zukünftig auch eine digitale Währung in Europa geben.
Warum und ob wir so etwas brauchen und welche Gefahren hierbei entstehen können, soll in diesem Artikel „Digitaler Euro – Bargeldabschaffung“ behandelt werden. Weiterhin wird hier gezeigt, ob unser Bargeld ganz abgeschafft wird und wir zum Bezahlen unserer Rechnungen ausschließlich fiktives digitales Geld zur Verfügung haben.
Leitzins und Inflation
Geld wird weltweit von den Zentralbanken der Länder in der jeweiligen Landeswährung ausgegeben. Im Euroraum der Europäischen Union ist es die Währung Euro.
Die Geldmenge kann die Zentralbank je nach Bedarf erhöhen oder auch wieder reduzieren.
Das heißt, sie erzeugt Geld, wenn es der Markt benötigt und nimmt es wieder aus dem Kreislauf, wenn es notwendig ist. Das meiste davon ist sogenanntes Buchgeld. Das heißt es besteht nur als Buchungsposten auf dem Konto der Banken bzw. der Bankkunden.
Eine der Hauptaufgaben einer Zentralbank ist es, für die Geldwertstabilität zu sorgen und die Inflation auf ein niedriges Niveau zu halten. Um dieses zu erreichen und die Geldmenge zu regulieren gibt es ein bedeutendes Steuerungsinstrument, nämlich die Leitzinsen.
Wenn die Hausbank einer Privatperson oder einem Unternehmen einen Kredit gibt, dann kann sie sich das benötigte Geld von der Zentralbank leihen.
Werden die Leitzinsen von der Zentralbank erhöht, so erhöhen sich auch die Kreditkonditionen der Banken und die Kredite werden teurer. Es wird somit unattraktiver, einen Kredit aufzunehmen. Der Konsum wird rückläufig und die Geschäfte können Preissteigerungen nicht mehr so gut durchsetzen; die Inflation sinkt.
Sollten jedoch die Zinsen stark steigen und als Folge davon, die Konjunktur rückläufig sein, dann sollte die Inflation auch rückläufig sein. Dann sollten die Zentralbanken mit Senkung der Leitzinsen reagieren und die Wirtschaft wird wieder an Fahrt gewinnen.
Das funktioniert, sofern die Zentralbank entsprechend reagiert.
Vor ein paar Jahren hatten wir in Europa Hochkonjunktur und die Unternehmen konnten problemlos Preissteigerungen durchsetzen. Die Inflation stieg über Monate um mehr als 5% an, was eigentlich schon Maßnahmen erforderlich machen sollten. Die Reaktion der Zentralbankchefin Christine Lagarde war lediglich, dass die Zentralbank nicht reagieren müsse, denn es sei nur vorübergehend.
War die träge und späte Reaktion der Europäischen Zentralbank nur dumme Ignoranz war, oder steckt hier vielleicht ein anderes tieferes System dahinter. Die Folgen können wir Verbraucher heute noch spüren. Die Preise für Energie und Lebensmittel stiegen zum Teil um mehr als 30% an.
Die Zinsen allein betrachtet sind nicht in der Lage die Inflation zu stoppen. Derzeit haben wir die Situation, dass die hohen Zinsen zwar steigen, aber die Inflation bewegt sich kaum nach unten.
Was sind die Gründe? Die wirkliche Ursache der Inflation ist die Geldmenge. Wie oben beschrieben, ist der Leitzins nur ein Instrument, um die Geldmenge zu steuern. Warum funktioniert das heutzutage nicht mehr?
Der erhöhte Leitzins verringert zwar die private Kreditnachfrage, aber die fast süchtige Geldausgabe der Regierungen erhöhen den Kreditbedarf um ein Vielfaches.
Weitere Gründe für den Anstieg der Geldmenge sind unter anderem die Sanktionen gegen Russland wegen des Angriffskrieges an die Ukraine führten dazu, dass die Energiepreise stark anstiegen und insbesondere den deutschen Bürger extrem hart trafen.
Auch das globale militärische Hochrüsten führt dazu, dass immer mehr Geld benötigt wird, welches wiederum als Kredit aufgenommen werden muss.
Eine wirkliche Inflationsbekämpfung ist jedoch nicht unbedingt gewollt. Sollte die Inflation sich normalisieren, würde auch der Zinssatz angepasst werden müssen.
Ein hoher Zins ist jedoch eine Waffe, Eine finanzielle Waffe zwischen den Großmächten, z.B. USA/China. (Dieses Thema wird hier nicht vertieft). Dieses Spiel müssen wir Industrieländer leider mitspielen.
Wie lange wir uns noch auf hohe Zinsen einstellen müssen, weiß derzeit wohl niemand.
Der digitale Euro oder Bargeld
Der digitale Euro soll eine elektronische Form des Bargeldes werden.
Schöne neue Werbeversprechen?
Oder sollen wir uns nur an den Begrifflichkeiten gewöhnen, um digitale Währung als gefahrlos zu akzeptieren?
Kann eine elektronische Währung mit Bargeld verglichen werden?
Bargeld wird in einer von der Europäischen Zentralbank in ausreichender Menge ausgegeben, um unsere Wirtschaft am Laufen zu halten. Sobald wir es auf dem Konto einer Bank einzahlen, sprechen wir von Buchgeld. Dieses Guthaben können die Banken an andere Kunden und Unternehmen als Kredite verleihen. Der Kreditnehmer wird das Geld sicherlich nicht als Bargeld mit nach Hause nehmen, sondern er lässt es zum größten Teil wieder auf seinem Konto. Schon stehen den Banken wieder Beträge zur Verfügung, der an andere Kunden als Kredit vergeben werden kann. So entsteht per Knopfdruck eine immer größere Geldmenge, allerdings nicht als Bargeld, sondern als Buchgeld. Damit diese Geldschöpfung nicht ins unendliche steigt, müssen die Banken bei jeder Kreditvergabe einen Sicherheitsbetrag hinterlegen. Dieser liegt zurzeit bei 1% der Kreditsumme und ist nicht gerade ein wirksames Mittel, um die Geldvermehrung per Knopfdruck zu beeinflussen.
Was passiert aber, wenn wir als Verbraucher all unser Bankguthaben wieder bar auszahlen lassen wollen? Dann entsteht der sogenannte Bank-Run. Das heißt, unser Geld, dass wir auf dem Konto eingezahlt haben, steht nicht mehr in ausreichender Menge zur Verfügung, denn es ist ja mehrfach an andere Kreditnehmer verliehen. Die Banken müssten dann ihre vergebenen Kredite zurückfordern. Das aber wird nicht so schnell gehen und die Banken, sowie die Kreditnehmer geraten zunehmend in wirtschaftlichen Schwierigkeiten.
Vor etwa zwei Jahren gab es in China einen Banken-Run. Viele Kunden wollten ihr Geld von der Bank holen. Die Regierung in China reagierte darauf, indem sie Panzer vor der Bank auffahren ließ um die „Bank zu schützen“.
Solange wir Bargeld in unseren Geldbörsen haben, können wir uns dafür Lebensmittel kaufen und unsere Rechnungen bezahlen. Und das sogar, wenn einzelne Banken in wirtschaftlicher Notlage kommen und keinen elektronischen Geldtransfer tätigen können.
Bezahlsysteme
Die Digitalisierung verändert die Welt. Das macht auch vor den Bezahlsystemen nicht halt.
Das digitale Bezahlen wird immer mehr genutzt. Insbesondere die Corona-Pandemie trug dazu bei, dass mehr Online-Bestellungen durchgeführt wurde und somit das Zahlen mit Bargeld zurückgedränt wurde.
Nach dem heutigen Bezahlsystemen haben wir mehr als eine Möglichkeit unsere Rechnungen zu bezahlen. Über die Hausbank könnten wir Geld von einem Konto zum anderen, bzw. von einer Bank zur anderen überweisen. Sollte auch eine Bank durch technische Probleme, wie Stromausfall oder Cyberangriffe ausfallen, besteht immer noch die Möglichkeit, die Zahlungen über andere Finanzdienstleister abzuwickeln.
Der digitale Euro wird fälschlicherweise von der Zentralbank als digitales Bargeld oder Zentralbankgeld bezeichnet. Auch Bargeld in Form von Banknoten und Münzen werden als Zentralbankgeld bezeichnet.
Geld, das als Wertschöpfung bei den Banken liegt und als Kredite vergeben sind, werden als privates Geld bezeichnet. Dieses private Geld ist nicht von den Zentralbanken ausgegeben, sondern es ist durch die Geldschöpfung der Banken entstanden.
Auf dem ersten Blick scheint es, dass wir beide Systeme, gleichermaßen nutzen können. Wir werden mit dem derzeitigen Bezahlen per Girokarte der Banken, gegenüber dem Zentralbankgeld als Verbraucher keine großen Unterschiede merken.
Warum soll aber der digitale Euro mit aller Macht eingeführt werden?
Wenn Privates Geld, durch Geldwertschöpfung der Banken, stark ansteigt, steigt auch die Inflation. Die Inflation durch höhere Zinsen einzudämmen ist ein schwieriges und zum Teil längerfristiges Unterfangen.
Mit dem Zentralbankgeld, in Form des digitalen Euro, lässt sich die Geldmenge in sehr kurzer Zeit per Knopfdruck reduzieren oder erhöhen
Zentralbankgeld, in Form des digitalen Euros, wird damit zu einem Macht- und Steuerungsinstrument für alle Bereiche in unserem Leben.
Auch, wenn die Zentralbank das noch leugnet, so soll der digitale Euro programmierbar ausgestattet werden.
Bargeld ist somit unsere finanzielle Freiheit, die wir nicht aufgeben sollten.
Ist der digitale Euro international?
Auf ihren Internetseiten schreibt die EZB:
Ein digitaler Euro wäre eine Zahlungslösung unter europäischer Führung, die für den gesamten Euroraum zur Verfügung steht.
Derzeit arbeiten die meisten Länder der Erde an der Einführung einer digitalen Währung. Für welche Länder und Währungen will die EZB eine Führungsrolle übernehmen? Für den Euroraum hat sie ja jetzt schon die volle Verantwortung für unsere Geldsystem. Offensichtlich hat die EZB dieses auch schon erkannt und spricht in einem weiteren Absatz nur noch von Vorreiterrolle:
Mit einem erfolgreichen digitalen Euro könnte Europa insgesamt eine globale Vorreiterrolle im digitalen Finanzwesen und bei digitalen Zentralbankwährungen übernehmen.
Wer eine globale Vorreiterrolle im Finanzsektor übernimmt, muss sich mit den anderen Ländern abstimmen. Europa ist mit seinen vielen Ländern dafür prädestiniert. Wenn es hier funktioniert, werden andere Länder das gleiche System übernehmen können. Was in Europa funktioniert, sollte in anderen Ländern auch gut laufen.
Europa, wie aber auch ein andere Länder, wie China, Indien, Indonesien oder Kenia wären dann riesige finanztechnische Versuchslabore.
Warum führen die anderen Länder auch digitale Währung ein?
Und warum stimmen sich diese Länder in ihrem Vorgehen streng ab?
Wenn diese Länder alle nach dem gleichen System handeln, dann können Währungen auch leicht zusammengefasst werden; zum Beispiel zu einer einzigen globalen Währung.
Wer bestimmt dann noch über unser Geld?
Unter welcher Führung und Einfluss dies geschieht wird sich in der Zukunft zeigen.
Ersetzt der digitale Euro eines Tages das Bargeld?
Nein. Ein digitaler Euro würde das Bargeld ergänzen, es aber nicht ersetzen. Wenn es neben Bargeld einen digitalen Euro gäbe, könnte die steigende Nachfrage der Verbraucherinnen und Verbraucher nach schnellen und sicheren elektronischen Zahlungsmitteln erfüllt werden. Bargeld würde im Euroraum weiterhin zur Verfügung stehen.
Das ist die offizielle Version der EZB.
Wie sieht aber die Realität aus?
Fabio Panetta, Direktoriumsmitglied der EZB, sagte in einem Interview:
„Wir werden den Bürgerinnen und Bürgern so lange Banknoten zur Verfügung stellen, wie es eine Nachfrage danach gibt.“
So lange, wie es eine Nachfrage danach gibt. Allein dieser Satz muss uns aufhorchen lassen. Demnach ist es nicht geplant, das die Währungshüter von oben herab bestimmen, dass das Bargeld abgeschafft wird. Im Gegenteil, es wird uns suggeriert, dass wir freiwillig auf Bargeld verzichten, weil wir es gar nicht mehr wollen.
Wie geht das?
Die Anzahl der Bankautomaten ist in den letzten Jahren bereits stark zurückgegangen. Allein im Jahr 2022 wurden 5% der Automaten abgebaut. Die Consultinggesellschaft Barco rechnet damit, dass sich der Rückgang noch weiter beschleunigen wird. Als Begründung werden u.a. die Sprengangriffe auf die Geldautomaten genannt.
Anstatt in Sicherheitstechnik zu investieren, werden lieber die Automaten Stück für Stück abgebaut.
Bargeld ist nicht gewollt
Gehen sie einmal zu einem Bankautomaten und heben 100 Euro ab. Sofern sie bei ihrer Hausbank sind, ist alles in Ordnung. Die Gebühr für Bargeldabhebung ist in den meisten Fällen in den ohnehin happigen monatlichen Bankgebühren enthalten.
Ist die Bank aber nicht ihre Hausbank, so erhebt sie eine saftige Gebühr für die einfache Bargeldabhebung. Diese kann durchaus 5-6% des abgehobenen Betrages ausmachen.
Da überlegt man sich es schon, ob man Bargeld am Automaten abhebt, oder doch lieber in den Geschäften mit der Karte bezahlt.
Sollte es keine Geldautomaten in erreichbarer Nähe geben, muss der Bankkunde zu einer Bankfiliale gehen und dort sein Bargeld abholen. Ja, das ist noch möglich, sofern der Kunde in der Lage ist, die Filiale zu den entsprechenden Öffnungszeiten zu besuchen.
Was aber, wenn es keine, oder nur noch wenige Filialen gibt? Ach, das wird schon nicht passieren, ODER?
Leider doch. Lt. Chip.de, schloss allein die Deutsche Bank zwischen 2021 und 2023 knapp 100 Filialen. Etwa 1190 Arbeitsplätze gingen damit verloren.
Somit werden wir still und leise daran gewöhnt, viel mehr bargeldlos unsere Käufe zu bezahlen, weil es bald kaum noch Möglichkeiten gibt, Bargeld zu bekommen.
Die Bezahlung mit dem digitalen Euro soll außerdem noch kostenfrei sein. Dies ist ein weiteres Argument, um das Bargeld zu verdrängen.
Wenn all diese Maßnahmen weiterhin greifen, wird die Nutzung von Bargeld in der nächsten Zeit noch stärker zurückgehen. Wenn die Bargeldquote z.B. nur noch 5-10 % beträgt, dann könnte die EZB sagen, dass die Verbraucher bei der geringen Nutzung das Bargeld gar nicht mehr wollen. Das wäre ein Grund, das Bargeld gleich ganz abzuschaffen.
Wo befindet sich dann unser digitales Geld?
Die Europäische Zentralbank (EZB) will, nach eigenen Aussagen, sich mit der Einführung des digitalen Euros unabhängiger von amerikanischen Anbietern machen.
Klingt doch gut, ODER?
Einen Serverstandort für den digitalen Euro hat die EZB noch nicht festgelegt. Da die EZB selbst nicht ausreichend IT-Kapazitäten besitzt, sollen sämtliche Daten zu unserem Zahlungsverkehr auf externen Cloud-Dienstleistern abgelegt werden.
Cloud-Dienst ist eine Umschreibung für ein Geschäftsmodell, bei dem Daten und Programme nicht auf eigenen Servern liegen, sondern auf den Servern fremder Firmen.
Lt. Informationen des Handelsblatts und norberthaering.de beabsichtigt die EZB einen Teil ihrer Daten in die Cloud der großen amerikanischen Dienstleister wie Amazon Web Service, Microsoft und Google zu verlegen.
Sind unsere Daten und unser Geld bei amerikanischen Firmen sicher?
Lt. dem Cloud-Gesetz der USA, haben US-Behörden Zugriff auf alle Daten, die auf Servern von US-Firmen liegen, auch, wenn diese im Ausland sind. Das würde dann auch Fa. Micosoft betreffen, die zwar in Deutschland ein Werk baut und später evtl. unsere Bankdaten dort lagert.
Die ehemalige EZB-Generaldirektorin für Informationstechnik meinte, dass man auf die Dienste der amerikanischen Unternehmen nicht verzichten könne, da die leistungsfähigsten Cloud-Anbieter aus den USA kämen. Außerdem seien unsere Daten auf US-Servern sicher, da die Daten unter alleinige Kontrolle der EZB verschlüsselt werden.
Wie ist es aber, wenn die US-Behörden an unsere Daten wollen?
Wenn die US-Behörden unsere Daten kontrollieren wollen, z.B. mit dem Vorwand der Terrorbekämpfung, dann werden sie wahrscheinlich nicht gerade uns schonen, weil wir so nette Europäer sind. Ein noch so gutes Sicherheitssystem wird für einen noch besseren IT-Spezialisten sicherlich kein Problem sein, dieses zu knacken.
Es ist aber gar nicht notwendig, unsere Daten zu knacken. Eine einfache Drohung an die EZB, sämtliche Server zu sperren und alle europäischen Bürger von den Zahlungsströmen abzuschalten, würde ausreichen, um die EZB ihre Verschlüsselung freigeben zu lassen.
Digitaler Euro ist ein sehr gewagtes Spiel mit unserem Geld.
Eine gruselige Vorstellung, wenn unser sauer verdientes Geld ganz einfach per Knopfdruck gesperrt oder vernichtet werden kann?
Dient der digitale Euro dazu, uns Bürger zu einem bestimmten Verhalten zu manipulieren?
Glaubt man dem Verordnungsentwurf der EU-Kommission zum Digitalen Euro, dann soll dieser nicht programmierbar sein. Wenn der digitale Euro nicht programmierbar sein soll, dann hätte er keinen Mehrwert und alles könnte so bleiben, wie es derzeit ist. Dennoch wird alles darangesetzt, unsere Währung zu digitalisieren, bzw. auf eine digitale Plattform zu bringen.
Warum nur?
Der bayrische Ministerpräsident Söder hatte Mitte 2023 angekündigt, das Konsumverhalten für Asylbewerber per programmierbarer Zahlkarte steuern zu wollen.
Der Vize-Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) erklärte, dass daran gedacht wird, das digitale Geld für diese Zwecke auch dafür zu nutzen, um auch größere Bevölkerungsgruppen zu beeinflussen:
„CBDC (Digitales Zentralbankgeld) kann es Regierungsbehörden und privaten Anbietern ermöglichen, intelligente Verträge zu programmieren, um gezielte politische Funktionen zu ermöglichen, z.B. Sozialleistungen, z.B. Konsumgutscheine, z.B. Lebensmittelmarken. Durch die Programmierung von CBDC können diese Gelder genau darauf ausgerichtet werden, welche Art von Menschen sie besitzen können und wofür diese Gelder verwendet werden können, z.B. für Lebensmittel. Diese potenzielle Programmierbarkeit kann also den staatlichen Stellen helfen, ihre Unterstützung genau auf die Menschen auszurichten, die diese benötigen.“
Wer soll da noch glauben, dass das digitale Geld zum Vorteil von uns Bürgern ausgegeben wird?
Anonyme Zahlungen sind demnach nicht mehr möglich. Jeder Schritt, jede Zahlung wird registriert und kann dazu genutzt werden, das Konsumverhalten zu steuern, Ziele, wie z.B. eines individuellen CO2-Budgets durchzusetzen und vieles mehr.
Sogar ganze Länder und deren Wirtschaft oder die Bekämpfung der Inflation können per Knopfdruck in wenigen Tagen beeinflusst werden.
Was die EZB genau vor hat, findet sich in einem Arbeitspapier der EZB. Sie hat den Titel „TIERED CBDC And The Financial System“ (Gestaffelte CBDC und das Finanzsystem). In dem 40-seitigen Dokument finden sich u.a. die folgenden wichtigsten Punkte:
- Die Abschaffung von Bargeld
- Keine Privatsphäre für die bessere Kontrolle von illegalen Zahlungen
- Leichtere Bereitstellung von Helikoptergeld
- Negative Zinsen zur schnellen Abwertung von Geld
- Eine Verstaatlichung der Finanzinfrastruktur
Schützt der digitale Euro vor Kriminalität, z.B. Geldwäsche?
Fühlen Sie sich schuldig?
Vielleicht, weil Sie Geldwäsche betrieben oder Terroristen finanziert haben?
Ein Argument, einen digitalen Euro einzuführen ist die Bekämpfung von Verbrechen, wie Geldwäsche oder Terrorismusbekämpfung.
Neben der Einführung des digitalen Euros laufen Bestrebungen, jeden Menschen weltweit eine eigene Identititäsnummer zuzuordnen.
Diese persönliche Nummer soll mit dem Konto für den digitalen Euro verbunden werden. Damit kann jede finanzielle Transaktion einer Person zugeordnet werden.
Hieß es nicht von Seiten der Europäischen Zentralbank, dass die digitale Währung wie Bargeld funktioniert und somit anonym sein müsste.
Die Verbraucherzentrale Bundesverband schreibt dazu:
Der digitale Euro muss anonyme Zahlungen unter Gewährleistung der Vorgaben zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung ermöglichen.
Anonyme Zahlungen unter Gewährleistung der Vorgaben zur Bekämpfung von Geldwäsche, etc.
Widerspricht sich das nicht? Doch, das tut es.
Die Zahlungsabwicklungen sollen über einen Finanzdienstleister durchgeführt werden. Auch, wenn die Ermittlungsbehörde sich an geltende Gesetze halten müssen, können sie alle finanziellen Transaktionen von dem jeweiligen Finanzdienstleister anfordern.
Andersherum müssten diese Dienstleister dann verdächtige Zahlungsströme melden. Es wäre dann nicht mehr unbeschadet möglich, seiner studierenden Tochter, Sohn oder Enkel/in regelmäßig Geld zu überweisen, damit diese/r damit das Studium finanzieren kann. Käufe über einen bestimmten Betrag müssten dann begründet und ggf. genehmigt werden.
Halten wir noch einmal fest. Bargeldzahlungen sind anonym, digitale Zahlungen nicht.
Digitale Währungen mit Bargeld zu vergleichen ist demnach nichts anderes als eine Beruhigungspille, damit wir problemlos digitales Geld akzeptieren.
Warum brauchen wir den digitalen Euro?
Nach dem heutigen Bankensystem ist es schwerer Zahlungsströme nachzuverfolgen.
Eine Person könnte ein oder mehrere Konten bei verschiedenen Banken besitzen.
Hätten wir nur ein Konto, mit einer eindeutig identifizierbaren Nummer, dann ist eine Totalüberwachung, jederzeit, problemlos möglich, so wie sie in China bereits durchgeführt ist.
Kommen wir nochmals auf die Begründung der Kriminalitätsverhinderung zurück. Geldwäsche und Terrorfinanzierung soll mit der Einführung des digitalen Euros verhindert werden.
Bei einem begründeten Verdacht kann ein Richter bereits jetzt, ohne digitaler Währung, anordnen, Konten von bestimmten Personen überwachen oder sogar sperren zu lassen.
Mit einem digitalen Euro kann so jeder Mensch sofort überwacht werden. Alle unsere Transaktionen werden zentral gespeichert und können lückenlos ausgewertet werden. Wir alle stehen demnach unter Generalverdacht, etwas illegales oder regelwidriges getan zu haben.
Ich unterstelle hier nicht, dass wir einer ständigen Kontrolle ausgesetzt werden.
Aber es ist schon merkwürdig, dass ein Zahlsystem eingeführt werden soll, von dem wir keine nennenswerten Vorteile haben, aber alle Voraussetzungen für eine Totalüberwachung aufbaut.
Verbrechensbekämpfung wird als ein Argument aufgeführt. Die Nutzung, um uns zu bestimmtem Verhalten zu bringen, ist wahrscheinlicher und könnte der wichtigere Grund sein.
Angeblich wissen die Politiker und EZB-Banker genau, wieviel Schwarzgeld jeden Monat in Europa reingewaschen wird. Dieses soll durch den digitalen Euro verhindert werden.
Angenommen, man wüsste wirklich, wie viel Schwarzgeld reingewaschen wird, dann wüsste man auch, wo es steckt und wer sich das Schwarzgeld „reinwäscht“.
Da ist doch eher die Macht des Gesetzes gefragt und nicht die Abschaffung des Bargeldes.
Wer könnte noch ein Interesse haben, dass der digitale Euro eingeführt wird?
Wie in vorigen Abschnitten erwähnt, ist nicht erkennbar, welche Vorteile Bürger und Bürgerinnen von der digitalen Währung haben könnte.
Für wen aber könnte die Einführung einer digitalen Währung aber interessant sein?
Die nächsten konkreten Schritte zur Einführung sind bereits beschlossen. Wahrscheinlich ist der digitale Euro, bzw. digitale Währungen nicht mehr aufzuhalten.
Das Marketing der Zentralbanken funktioniert gut. Stück für Stück wird es uns schwerer gemacht, an unser Bargeld zu gelangen. Somit wird es für die meisten von uns bequemer, mal eben schnell per Karte oder Smartphone zu bezahlen.
Außerdem werden wir damit gelockt, dass das Zahlen mit digitalem Euro kostenfrei wäre.
Kostenfrei wäre schön. Aber digitales Geld ist so ausgerüstet, dass unser Verhalten beeinflusst werden kann; unser Einkauf limitiert, oder auf Knopfdruck sogar ganze Wirtschaften lahmlegen kann.
Dass das digitale Geld als Lenkungsinstrument eingesetzt werden kann, zeigt sich in China.
Hier konnten die Bürger fast ohne Gegenwehr wärend des Covid-Lockdowns zuhause festgehalten werden. Wer sich nicht Regierungskonform verhält oder etwas Negatives gegenüber der Regierung oder dem Land sagt, dem werden kurzerhand Strafgelder von seinem Konto abgezogen.
Wer aber bestimmt unser Geldsystem, hier in unserem „freien“ Westen?
Für wen ist jetzt aber der digitale Euro gedacht? Wer hat ein berechtigtes Interesse?
Es ist schwer zu verstehen, dass die EZB wirklich so unabhängig arbeitet, wie sie eigentlich soll.
Die EZB gab bereits im Oktober 2021 bekannt, wer die Berater bei der Einführung des digitalen Euros sind. Das Team besteht aus mindestens 30 Beratern. Diese kommen überwiegend aus dem Finanzsektor amerikanischer Unternehmen. Aber auch Großunternehmen, wie IKEA sind daran beteiligt.
Die Bank von England hat sogar viele große Zahlungsdienstleister, wie PayPal, Visa, Mastercard, Google, IBM, Oracle oder Amazon, als Berater an Bord.
Alles Unternehmen, die wenig Interesse daran haben, dem Bürger etwas Gutes zu tun, sondern um Zahlungsströme zu beeinflussen und zu ihrem Vorteil zu nutzen.
Bargeld ist und bleibt unsere einzige finanzielle Freiheit
Fazit:
Wir werden wahrscheinlich nicht in der Lage sein, die Entwicklung zum digitalen Euro und Bargeldabschaffung aufzuhalten. Jedoch sollten wir darauf vorbereitet sein, bzw. wissen, was auf uns zukommen kann.
Wir sind jedoch in der Lage diesen Prozess, der uns Bürgern Nachteile bringt, hinauszuzögern, indem wir nicht mehr jede Kleinigkeit elektronisch mit der Karte, oder Smartphone bezahlen, sondern Bargeld nutzen, wann immer es sinnvoll ist.
Quellen zum Artikel: Digitaler Euro – Bargeldabschaffung
Europäische Zentralbank gibt Ihre Daten US-Anbietern, von denen sie sich angeblich mit dem digitalen Euro unabhängig machen will – Geld und mehr (norberthaering.de)
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Handelsblatt (06.06.2023): Die EZB geht in die Cloud – Kooperation mit US-Konzernen sorgt für Kritik
Finanzbranche: Die EZB geht in die Cloud – auch mit US-Konzernen, und das sorgt für Diskussionen (handelsblatt.com)
Der digitale Euro | Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv.de)
Geleakter Entwurf: So anonym wird der digitale Euro – netzpolitik.org
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